Freitag, 10. Januar 2014

Die Weide am Bach







Junge Weide dort am Bach,
sahst du meiner Kindheit Tage.
Wenn der Morgen noch nicht wach,
von dem dunklen Nachtgelage,
saß ich schon in deinem Schatten,
hoffte auf mein Anglerglück,
neben mir die Bisamratten,
nie mehr kommt die Zeit zurück.

Junge Weide hörtest singen,
als der Frühling zog ins Land,
ließ mein Lied ich hell erklingen,
weil ich meine Liebe fand.
Unter deinem grünen Wipfel,
gab sie mir den ersten Kuss,
auf der Liebe höchstem Gipfel,
sahst du Glück im Überfluss.

Stolze Weide, als ich fortging,
war`s als winktest du mir zu,
wenn dein Laub auch traurig dort hing,
meiner Seele gabst du ruh.
Suchte Glück an fernen Plätzen,
doch ich kam nie wirklich an,
weil man von den falschen Schätzen,
nicht sein Herz ernähren kann.

Stolze Weide, wie ich sehnte,
deinen Schatten her zu mir,
dass es oft im Traum mich wähnte,
als säße ich am Bach bei dir.
Hab die halbe Welt gesehen,
doch vergessen hab ich nicht,
könnt ich wieder vor dir stehen,
dort im warmen Abendlicht.

Alte Weide hör mich singen,
wenn ich wieder komm ins Land,
hör die alten Lieder klingen,
von der Lieb die ich einst fand.
Unter deinem grünen Wipfel,
lass mich wieder glücklich sein,
sah ich auch manch hohen Gipfel,
blieb mein Herz doch stets allein.

Alte Weide dort am Bach,
sieh, auch ich bin nicht mehr jung,
unter deiner Zweige Dach,
bleibt uns die Erinnerung.
Sitz ich heut in deinem Schatten,
träum ich mir die Zeit zurück,
neben mir die Bisamratten,
und die Angel schenkt mir Glück.