Freitag, 5. April 2013

Viele Länder - Viele Sitten - Eine Währung Ein modernes Märchen

Wie viele Märchen beginnt diese Geschichte mit „Es war einmal“,

aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen!

Es war einmal ein Kontinent, dort schlossen sich viele Länder zu einem Staatenbund zusammen. Das taten sie, um trotz ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede gemeinsam sowohl politisch als auch wirtschaftlich ihre Zukunft zu gestalten. Sie nannten das neue Gebilde nach ihrem Heimat Kontinent: „Europa“!

Nach langen Jahren der Zusammenarbeit beschloss man das Band fester zu knüpfen und eine einheitliche Währung, den Euro, einzuführen.

Aber nicht alle Länder konnten oder wollten sich dem anschließen.

Von denen die sich zusammen fanden, verlangte man die Erfüllung vieler

Voraussetzungen und einige, die unbedingt dabei sein wollten, vergaßen hier die Wahrheit zu sagen.

Trotzdem wurde das neue Währungskind sehr schnell groß und stark. Und viele andere außer europäische Staaten schauten ihm ängstlich dabei zu.

So kam es, wie es kommen musste, weil die ganze Welt in eine schlimme Krise geriet, verursacht durch Gier und Machtgeilheit, bemerkte man, dass in unserem Zusammenschluss ein paar Länder so tief in der Schuldenscheiße steckten, dass endlich geklärt war, warum es in diesem Europa schon seit Jahren fürchterlich stank.

Weil dieser Gestank auf der ganzen Welt zu riechen war, dauerte es nicht lange bis Finanzspekulanten, Wind davon bekamen. Diesen fragwürdigen Gesellen war der starke Euro schon lange ein Dorn im Auge. Und so nahmen sie die Euroländer mit dem größten Gestank aufs Korn.

Sie spekulierten erst gegen diese wenigen Länder und dann schossen sie auf den ganzen Euroraum. Es herrschte Spekulationskrieg.

In jedem dieser Euroländer gab es eine Regierung mit einem angeblich demokratischen Parlament. Und in der Eurohauptstadt gab es das europäische angeblich demokratische Parlament und sie alle gerieten in große Verwirrung.

Auch eine Zentralbank gab es, zur Steuerung des einheitlichen Kapital - und Währungsmarktes. Diese geriet nicht nur in Verwirrung, nein sie geriet außerdem in eine Schieflage ihrer Leistungsfähigkeit und sie geriet leider an den Rand der Pleite.

Hektisch mit schnellen, unbedachten Bewegungen zulasten der Bürger, des sogenannten Steuerzahlers, versuchte man die Angriffe abzuwehren. Man ersann einen Rettungsschirm, erst für ein Land, dann für drei, vier Länder und dann für den ganzen Euro.

Aber all diese Hektik spornte die Spekulanten nur an, sie wollten siegen und den Euro vernichten. Die Märkte, die man mit dem ganzen Getue beruhigen wollte, lachten nur und der Feind schoss weiter.

Der Euro war eine arme, schwächliche, getrieben Währung geworden und mancher meinte, er solle im Boden versinken oder dahin gehen, wo der berühmte Pfeffer wächst.

Aber da gab es Menschen, die hatten diesen kleinen Kerl in den wenigen Jahren seines jungen Lebens liebgewonnen und sie kämpften für ihn. Das waren die Bürger von Europa.

Auch wenn viele sich am Anfang vor dem Baby gefürchtet hatten, weil es so anders aussah und andres roch, als die Währungen die sie kannten, hatten die meisten ihn in ihr Herz geschlossen.

Und weil sie ihn nicht hergeben wollten, lernten sie wieder, was es bedeutet eine Gemeinschaft zu sein. Sie erkannten, dass ihre Vielfalt in Kultur, Sprache und Wirtschaft, eine Stärke ist, die alle anderen verblasen lässt. Sie begriffen, nur der Euro hatte sie in den letzten Jahren zusammengehalten und das war zu wenig.

Gemeinsam boten sie den Spekulanten die Stirn und hielten dem Euro die Treue. Das lehrte auch ihre Politiker, Parlamentarier, Banker und Wirtschaftsbosse das Volk zu achten und ernstzunehmen. Nicht nur Arbeitssklaven und Stimmvieh für die angebliche Demokratie waren sie. Nicht nur willige Käufer von irgendwelchen Kapitalmarktprodukten mit Fantasie Renditen, zur angeblichen Altersvorsorge und Hochzinszahler bei Krediten, nein, sie waren und sind etwas anderes.

Etwas viel Größeres, etwas Riesiges und Unvergleichliches. Sie, die Menschen auf der Straße, ja, auch du, wir alle, wir sind Europa.

Und das kann uns keiner nehmen.

Und die Moral von der Geschicht:

"Verarsch die Europäer nicht“!!